Gefahren im Straßenverkehr
Gefahren im Straßenverkehr

Drehverriegelung (Twistlock)

Dies kann das Endstadium von Nachlässigkeiten oder Übersehen von Mängeln an der Verbindungseinheit sein. Aber wie kann  so etwas geschehen. Ich möchte dabei ganz vorsichtig am Gerät beginnen. Leider muss ich dabei sowohl dem Halter, dem Fahrer und den Prüfern der Prüforganisationen etwas auf den Fingern herumtreten. Der Zusammenhang zwischen den genannten Personen ist leicht herzustellen. Der Fahrer ist für die Verkehrs- und Betriebssicherheit zuständig. Das Fahrzeug sollte nur so zur Hauptuntersuchung oder Sicherheitsprüfung vorgestellt werden, dass es als mängelfrei bezeichnet werden könnte. Nach Aussagen des Vorstandes der Prüforagnisationen und der Dienstaufsichtsbehörde dürften die folgenden Bilder eigentlich gar nicht möglich sein, da die Prüforganisationen durch Weiterbildung ihrer Beschäftigten dies ausgeschlossen haben wollen. Leider ist diese Meinung etwas weltfremd, was meine Bilder des Alltags auf den Straßen beweisen. Aber eins nach dem Anderen.

Zum besseren Verständnis habe ich Ihnen eine Zeichnung des Corpus delicti als Leihgabe des Herstellers mitgebracht. Leider wird aus dem Corpus delicti im Laufe meiner Erzählungen ein Corpus dilettanti.

Nun erst einmal einen Blick auf einen relativ betriebssicheren Verbindungsmodul. Die Fallsicherung greift im eingelegten Zustand zwischen die Flügel der Spannmutter und hält sie davon ab, durch zurück drehen die Verbindung zu lösen. Das ist das gezielte Wollen der Ingenieure, die es erfunden haben. Der Hersteller folgt natürlich den Vorstellungen seiner von ihm bezahlten Mitarbeiter und schreibt diese  Erkenntnisse in ein Handbuch, das jedem Fahrzeug mitgegeben wird. Nur diese Handbücher werden selten gelesen, da dies Zeit und Verständnis fordert. Und Zeit ist in einem Unternehmen nicht immer vorhanden; denn die Mitarbeiter sollen ja dem Betrieb Einnahmen verschaffen, damit dieser konkurrenzfähig bleibt. Also wird nur das Minimalste getan, um die Kutsche am Laufen zu halten. Und dies ist zu wenig.

Nun will ich Ihnen mal zeigen, wozu Berufskraftfahrer die Stirn haben, im Einverständnis mit ihrem Chef, die  Fahrzeuge den Prüforganisationen zu zeigen. Wie Sie leicht erkennen können, ich habe es ja schließlich auch gesehen, ist die Anpressscheibe der Fallsicherung etwas derangiert, um nicht zu behaupten, sie hat sich aufgrund der Belastung einfach verbogen. Nun die lästige Frage, wer muss das erkennen? Genau richtig gedacht, lieber Leser, der ausgebildete Berufskraftfahrer. Nur zum Schutz desselben, er muss im Auftrag des Chefs Kilometer fahren und Waren aufnehmen und transportieren, da hat er keine Zeit, sich um solche Kleinigkeiten zu kümmern. Das überlässt er lieber dem ausgebildeten Prüfer der Prüforganisation. Kann man ja schließlich bei den Prüfgebühren erwarten. Denn der schreibt bekannter Maßen die Mängel auf, die er erkennt. Und das ist das nächste Problem. Nach meinen Recherchen fühlt der sich aber gar nicht zuständig. Es wird in seiner Ausbildung  gelehrt, dass das die Fachkraft für Arbeitssicherheit im Betrieb machen soll und dies jährlich im Prüfbuch des Fahrzeuges bestätigen muss. Die Fachkraft  sollte dafür ausgebildet sein!? Und das ist die nächste Fehleinschätzung. In der Prüfrichtlinie zur Hauptuntersuchung steht ganz klar, dass der Prüfer die Lastaufnahmemittel zu kontrollieren hat. Und gemäß StVZO § 29 muss der Prüfer feststellen, ob das Fahrzeug auch hier ordnungsgemäß vorgestellt wurde.

Damit Sie meine Bedenken nachvollziehen können, will ich Ihnen durch einige Bilder von Fahrzeugen zeigen, die gerade bei der HU oder SP waren, wovon ich rede. Sie sehen hier eine Fallsicherung, ich präzisiere, Sie sehen keine Fallsicherung, weil diese nämlich fehlt. Aber das scheint den Fahrer nicht zu stören, obwohl er dazu per Gesetz verpflichtet ist, diesen erheblichen Mangel seinem Chef zu melden. Nach Aussagen einer Prüforganisation, die mir schriftlich vorliegen, kann dieser Mangel vom Prüfer nicht erkannt werden, wenn kein Wechselladebehälter oder Container zur HU verlastet ist. Der Leiter der technischen Prüfstelle, der so eine einfach zu widerlegende Ausrede (nun sogar von Ihnen, lieber Leser)  an eine offizielle Stelle meldet, braucht sich keine Gedanken mehr um seine Glaubwürdigkeit zu machen. Leider sitzen im Landratsamt keine Techniker, so wurde mir beteuert, sondern Verwaltungsbeamte, die der Expertise der Prüforganisationen  Glauben schenken müssen. So auch der verantwortliche Beamte des Landratsamtes, der gem. FZV § 5 dazu verpflichtet ist, für den ordnungsgemäßen Zustand nach Bekanntwerden des Mangels zu sorgen. Er hat zum einen meine Bedenken dadurch beschwichtigt, indem er mich an seine vorgesetzte Dienststelle verwiesen hat und zum andern wurde der Kontakt abrupt eingestellt, als ich die Lächerlichkeit der Antwort bekundete. Ich hatte ihm meine Hilfe in der Weise angeboten, dass er vom abgestellten Mangel Bilder anfordern sollte, die ich dann für ihn analysieren wollte.  Der Mangel besteht aber weiterhin und das seit zwei Jahren. Das Fahrzeug selbst nehme ich im Beitrag "Sattelzug" gezielt unter die Lupe. Sie können sich jetzt schon darauf freuen, welchen Mut manche Berufskraftfahrer aufbringen oder mit welcher Dreistigkeit ein Fahrzeug mit erheblichen Mängeln auch auf Ihren Straßen unterwegs ist.

Ein weiterer unschöner Beweis für die Leichtfertigkeit eines Berufskraftfahrers ist nebenstehendes Bild, das auf einem Autobahnparkplatz während einer Pause  auf einer privaten Busreise entstand. Die Spannschraube fehlt gänzlich. Ich weiß nicht, ob Sie sich vorstellen können, was passiert, wenn ein ambitionierter Mopedfahrer wie ich, nachts über ein Hindernis fährt, das etwa 30 cm hoch ist und nicht ausweicht. Ich kann nur hoffen, dass man mich rechtzeitig im Graben findet, bevor ich den Löffel abgegeben habe. Nebenbei bemerkt, das Fahrzeug war im gleichen Monat bei der HU. Die Prüforganisation kann natürlich behaupten, alles war komplett, als das Fahrzeug vorgestellt wurde. Allein mir bleiben Zweifel, die der Fahrer vor Ort auch nicht zerstreuen konnte, da er nicht einmal den Schlüssel dabei hatte, mit dem die Spannmutter angezogen werden sollte. Festgezogen und gelöst wird mit dem Universalwerkzeug, allgemein unter dem Namen Hammer bekannt.

Wie kann man so eine Spannschraube verlieren, die doch durch einen Endanschlagring gesichert ist? Darauf werde ich demnächst eingehen und ich werde beweisen, dass dieser Aufbau der Twistlocks eine Fehlkonstruktion ist.