Gefahren im Straßenverkehr
Gefahren im Straßenverkehr

Stützrad im Wandel der Jahreszeit

Vielleicht können Sie sich noch daran erinnern, wer die Feinde des Straßenverkehrs sind. Es waren Faulheit, etc. und es kommt evtl. noch Geldmangel dazu, wie im Falle des Grünzeugverbringungsgerätes eines Hausmeisters. Es steht stets am Wegesrand auf dem Gang zur Mülltonne und präsentiert sich ab und zu in unterschiedlichem Outfit und wechselnder Ladung.

Fünf Jahre war ihm nichts anzumerken. Meist schien alles in Ordnung. Das verladene Grünzeug wartete geduldig auf seine Deportation zur Deponie, mal mehr, mal weiniger geruchsmäßig aufdringlich und in unterschiedlichem Verrottungsgrad.

Aber da, plötzlich im Oktober diesen Jahres muss wohl dem Stützrad nicht mehr wohl gewesen sein, denn es hat sich aus seiner Halterung verabschiedet. Die langjährig dienstbeflissene Klemmschraube konnte das Gewinde nicht mehr vollständig ihrer Aufgabe zur Verfügung stellen und scherte ab. Zur Stabilisierung beim Beladen wurde auf Requisiten des befreundeten Malermeisters zurückgegriffen. Leider erwies sich der Farbeimer als wenig geeignetes Abstützungselement und gab unter der Last des gesammelten herbstlichen Laubes nach.

Man wählte deshalb nach geraumer Zeit von etwa 2 Wochen die stabilere Holzform als Übergangsvariante. Das aus dem Regal im Hausmeisterbüro entliehene Brett täuschte aber die Stabilität nur vor und war nach weiteren 3 Wochen durch die ständigen Witterungseinflüsse aufgeweicht und musste wieder weichen. Kurzentschlossen wurde es Teil der Ladung.

Man besann sich darauf, dass das Stützrad doch die standhafteste Ausführung sei und die meisten Teile noch vorhanden waren. Also wurde es an vorgesehener Stelle eingesetzt und mittels einer Schraubverbindung in Form einer Schraubzwinge aus dem Fundus des befreundeten Schreiners in der Halterung geklemmt. Schaut doch stabil aus, oder?

Bei genauer Analyse stellt man aber fest, dass das Schiebestück am Rahmen anliegt und dort schon seinen Rost durch Abschaben hinterlassen hat. Das bedeutet, dass während der Fahrt Bewegung in die Klemme kommt. Sie schlägt gegen den Rahmen und die Gefahr des Lösens ist nicht mehr auszuschließen. Auch lässt sich die Verbindung  nicht weiter festziehen, da das Gewinde am Ende seiner Möglichkeit angekommen ist.

Diese Verbindung beruht nur auf der Haltekraft des verspannten Schiebestückes auf dem Klemmteil. Bei dessen geringster Verschiebung ist die Verbindung gelöst und die Halterung des Stützrades ist offen. Stützrad und Klemme liegen auf der Straße und gefährden den nachfolgenden Verkehr. Und diese Verschiebung kann schon bei der nächsten Fahrt über einen Gullideckel oder beim Herunterhopsen vom Bordstein geschehen, wenn das Schiebestück gegen den Rahmen schlägt.

Fazit:

Diese Art der Befestigung ist nur für statische Zwecke gedacht, für vorübergehende Arbeiten am und im Haus. Für das Befestigen von Teilen, die dynamischen Kräften unterliegen, ist diese Art der Anbindung völlig ungeeignet und sogar gefährlich. Ich habe die Herren Hausmeister nochmal darauf angesprochen, doch die ursprüngliche Befestigungsart gemäß dem Wunsch des Herstellers anzubringen. Denn bis zur nächsten HU in 1,5 Jahren ist diese Übergangslösung nicht tragbar.

 

Noch schlimmer ist die Tatsache, dass es sich beim Nichtmitführen des Stützrades um einen erheblichen Mangel handelt und das Fahrzeug hätte so den Hof der Prüforganisation mit Plakette gar nicht verlassen dürfen. Und die Tatsache, dass der Anhänger durch den abgerissenen Knebel auch nicht die Möglichkeit bietet, das Stützrad anzubringen, lässt die Betriebserlaubnis für die Zugvorrichtung erlöschen. Die Betriebssicherheit ist nicht mehr gegeben.

 

Denn merke: Erlischt die Betriebserlaubnis für einen Teil des Fahrzeuges, so erlischt sie für das gesamte Fahrzeug und es darf so nicht mehr im öffentlichen Straßenverkehr betrieben werden.

 

Man hat mir zwar heftigst zugesichert, dass die gesehene Konstellation nur angebaut wird, um den Anhänger im Stehen zu stabilisieren und hier in der Wohnalage an- und abhängen  zu können. Für die Fahrt im öffentlichen Straßenverkehr werde das Stützrad selbstverständlich entfernt. Na gut! Aber aus meinem, in langen Jahren stetig gewachsenem Argwohn im Umgang mit Beteuerungen über die Abstellung von Mängeln fehlt mir auch hier der Glaube.